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Dienstag, 14. April 2015

#24 - RATHLIN ISLAND

Wir schon vorher beschrieben, sind wir spontan Ostersonntag bis Ostermontag auf die Rathlin Island gefahren, die vor allem bei Vogelbeobachtern beliebt ist, denn es gibt dort sogar Papageientaucher zu beobachten. Die Insel selbst liegt vor der Nordküste Nordirlands, 25km von Schottland entfernt. Mit 7x4km ist die Insel nicht gerade groß und beherbergt ca. 120 Menschen und definitiv mehr Schafe!
Die Anreise ist etwas kompliziert, zuerst ging es mit dem Zug von Belfast nach Coleraine, dann mit dem Bus nach Ballycastle entlang der wunderschönen Nordküste und dann mit dr Fähre 25min. zur Insel. Unser Hostel war gleich in der Nähe vom Hafen, genau wie der einzige Pub der Insel.
Leider mussten wir feststellen, dass die Aussichtsplattform zum Seevogelschutzgebiet (wo man die Papageientaucher sehen kann) noch nicht fertig renoviert war, also entschieden wir uns, bis zum West Lighthouse zu laufen. Das Wetter hat sich ständig geändert, von Nebel zu blauem Himmel und wieder zurück. Trotzdem war die Aussicht super schön, wir haben jeden Menge "Irish Hares" (oder vielleicht sogar Golden Hares? Das ist eine Mutation dieser Hasen, die es nur auf der Rathlin Island gibt. Sie haben blaue Augen und sind etwas größer von der Statur her) gesehen, Fasane, Schafe, Büffel und sogar Seerobben direkt am Strand! Am West Lighthouse war es unglaublich laut, weil an den für Menschen unzugänglichen Klippen hunderte Vögel nisten, das war der Wahnsinn!
Zurück zum Hafen wurden wir von einer auf der Insel ansässigen Künstlerin mit dem Auto mitgenommen, was sehr praktisch war, weil das Laufen dann doch schon sehr lange dauert.
Zurück im Hostel haben wir noch ein wenig gekocht und dann den Sonnenuntergang auf der Terrasse genossen. Danach ging es noch ein wenig in den Pub, um sich mit der Inselbevölerung zu sozialisieren, und tatsächlich: im Pub konnte man von Groß bis Klein jeden antreffen. Ein älterer Herr mit Rauschebart wollte dann auch gleich wissen, was uns denn auf die Insel führt.
Es war auf jeden Fall wunderbar, einmal aus der Stadt herauszukommen und diese pure Natur bei tollem Wetter zu genießen. Ich glaub, ich werd alt - ich geh freiwillig wandern! ;)

























Auf dem Rückweg sind wir dann doch glatt in einer protestantische Osterparade (dabei wird William der Oranier geehrt) in Coleraine reingerasselt. Anfangs war das ja noch interessant, dann wurde es aber befremdlich: ich kann mit diesem Nationalismus und Patriotismus einfach nichts anfangen (man stelle sich das Ganze in Deutschland vor: Blaskapellen ziehen durch die Stadt, deutsche Fahnen werden geschwenkt und nationalistische Lieder gesungen). Die Leute wurden auch einfach immer betrunkener, haben angefangen, ihre protestantischen Lieder zu singen (Habe mich erstmal mit einem Polizisten unterhalten und gefragt, ob die Lieder sehr abwertend seien. Er meinte, dass das darauf ankommt, wer sie hört und auf welcher Seite man steht. Ich nehme das jetzt mal als Ja.) und dann wollten die auch noch alle in den gleichen Zug. Ich habe mich ein bisschen wie nach einem Thüringen Derby in der Erfurter Innenstadt gefühlt.
Fotos habe ich natürlich trotzdem gemacht:








So, auf den Schottlandbericht müsst ihr aber noch warten, denn es ist schon wieder etwas spät geworden. Aber ihr habt ja auch erstmal was zu lesen.
Gute Nacht und bis bald!

Montag, 13. April 2015

#23 - ST. PATRCK'S DAY

Wie ihr sicher schon wisst, findet der St. Patrick's Day - der Nationalfeiertag der Iren zum Gedenken an den Bischof Patrick, der als erster christlicher Missionar in Irland gilt - alljährlich am 17. März statt. Auch wenn er auf der ganzen Welt gefeiert wird, ist er nur an vier Orten auf der Welt ein gesetzlicher Feiertag: in der Republik Irland, in Nordirland, im britischen Überseegebiet Montserrat und in der kanadischen Provinz Neufundland. So, nun aber genug Faktenwissen.

Ausgerüstet mit grünen Hüten und Kleeblattkniestrümpfen stieg ich Dienstagmorgen in den Bus nach Dublin, um dort meine Schwester und ihren Freund zu treffen und die große Parade zu sehen.
Die Atmosphäre in der Stadt war definitiv toll, egal woher die Leute kamen, alle hatten irische Flaggen um den Schultern, auf den Wangen, grüne Hüte auf dem Kopf und ordentlich Alkohol im Blut. Die Parade fand ich auch sehr beeindruckend und die Stimmung war toll. Man sollte das Spektakel also auf jeden Fall einmal miterlebt haben, jedoch würde ich zum richtigen Feiern (gemütlich im Pub sitzen, Livemusik hören, irisch tanzen) wohl doch eher nicht nach Dublin fahren, denn es ist einfach überall brechend voll.
Trotzdem war es ein schönes Erlebnis.
In Belfast gab es währenddessen schon wieder Rabatz, vor der City Hall hatten sich ein paar Loyalists mit ihren Union Jacks (Flaggen) breitgemacht, um dort 24h zu protestieren. Wofür auch immer. Hauptsache gegen die andere Seite, wie man das hier eben so macht.











Den Rest der Woche habe ich meiner Schwester dann noch Belfast gezeigt und wir haben sogar den Cave Hill bestiegen - und das sogar bei einigermaßen gutem Wetter!





#22

Ja, ich weiß - ich bin euch einen Bericht schuldig! Weil aber wieder mal so viel passiert ist in der Zwischenzeit, gibts wohl gleich mehrere Posts auf einmal.
Also, hier die letzten paar Wochen im Schnelldurchlauf (mehr oder weniger).

Wie angekündigt, ging es am Wochenende vor dem St. Patrick's Day auf ein weiteres Residential - diesmal mit einer buntgemischten Gruppe aus Dublin, Donegall und Belfast, darunter auch eine Schulklasse mit zwei Lehrerinnen. Dazu sind wir mitten ins Nirgendwo nach Cavan (Irland) gefahren, was gar nicht so leicht zu finden war. Das Residential Centre dort ist ein altes Jugeninternat, in dem es angeblich spuken soll (vor allem im Raum 4 wurde wohl schon des Öfteren nachts ein kleiner Junge gesichtet). Passend dazu haben wir auch eine Nachtwanderung zu einem Friedhof unternommen. Sinn des Residentials war es, dass die Jugendlichen in Gruppen kleine Videos zu selbstgewählten Themen produzieren, außerdem haben wir ihnen die Rock the Vote Kampagne vorgestellt, die es bald auch in Irland geben soll.
Herausgekommen sind Videos zum Thema politische Bildung in Schulen ( http://wimps.tv/stories/wimps.tv-rock-the-vote-ireland-wheres-the-p-in-cspe), Homosexualität (http://wimps.tv/stories/wimps.tv-i-am-rock-the-vote ) und Abtreibung (http://wimps.tv/stories/wimps.tv-rock-the-vote-republic-of-ireland-launch)
Es war auf jeden Fall ein lustiges Wochenende, schließlich waren wir eine riesige Gruppe und die Altersspanne war auch sehr groß.





In der Woche nach dem Residential war dann der St. Patrick's Day und ich hatte Besuch von meiner Schwester, aber dazu später mehr.

Auch danach gab es wieder allerhand Ereignisse, in Belfast fand die "Towards a Better Future" Konferenz statt, die sich mit Rassismus, Diskriminierung und sogenannten Hate Crimes (Verbrechen, die sich gegen Menschen anderer Herkunft, anderer sexueller Orientierung, mit einer Behinderung etc. richten)  beschäftigte und auch nach den Ursachen dieser Dinge fragte.
Ich war bei einer Seminarrunde zum Thema "Social and Political Factors shaping prejudicial attitudes" dabei, bei der es u.a. einen Vortrag von Prof. Dr. Mike Hardy (Professor für Internationale Beziehungen und gesellschaftliche Kohäsion, arbeitete bereits bei der britische Regierung und der europäischen Kommission) gab. Das Ganze war super interessant und anschließend gab es noch eine Diskussionsrunde in Gruppen, deren Ergebnisse ich am Ende  vorstellen sollte. Das hat mich dann doch schon ein bisschen stolz gemacht, von einem so renommierten Professor dazu ausgewählt zu werden.
Anschließend habe ich dann noch meine HAPANI Mädels mit zum Common Grounds Cafe genommen, wo ein "Small Worlds Event" stattfand. Dabei gab es drei Personen aus unterschiedlichen Ländern (Sri Lanka, Japan, Lithauen), die aus unterschielichen Gründen (Flucht, Arbeit, Ausbildung) nun in Belfast leben. 10-15 min. hatte man dann Zeit, diese Personen über ihr Herkunftsland und ihre Kultur zu befragen und natürlich haben auch sie einiges von sich aus erzählt. Dann wurden die Tische gewechselt und man hatte neue Gesprächspartner.  Das war auf jeden Fall sehr interessant und anschließend sind wir noch zum Belfast Friendship Club dageblieben. Das Konzept davon ist ganz einfach: jeden Donnerstag abend treffen sich Leute im Common Grounds Cafe, an sich richtet es sich vor allem an Menschen, die neu in Belfast sind, jedoch ist jeder wilkommen - auch Einheimische. Dann bekommt man ein Namensschild und hat zwei Stunden Zeit, sich mit vielen neuen Leuten zu unterhalten, es gibt Tee und Kaffee und Snacks und manchmal werden auch Veranstaltungen oder Initiativen wie Sprachtandems angekündigt - das alles muss immer kostenlos sein, damit niemand ausgeschlossen wird. (denn z.B. Flüchtlinge könnten sich sonst diese Aktivitäten nicht leisten)
Ich hatte dort einen wunderbaren Abend, an dem ich auf Leute aus den unterschiedlichsten Ländern - von Syrien über Pakistan bis nach Zimbabwe und Belgien - getroffen bin. Am Samstag danach bin ich dann auch direkt mit auf einen Ausflug gefahren. Es ging nach Newcastle zu einer Art Outdoorstätte, wo wir alle um ein Lagerfeuer herum saßen und bei Tee, Kaffee und Kuchen Geschichten erzählt haben. Geschichten über unser letztes Lagerfeuer und das Ankommen in einem neuen Land. Das war eine ganz besondere Antmosphäre! Dieser Friendship Club ist einfach wahnsinnig inklusiv, jeder kann hinkommen und jeder wird akzeptiert, wie er ist. Die Geschichten handelten von Lagerfeuerritualen in Zimbabwe (nach Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburten wird 2 Tage lang ein Feuer angezündet und das gnaze Dorf sitzt drumherum), Lagerfeuern von Umweltaktivisten (eine Umweltaktivistin hat davon erzählt, wie sie einen ganzen Winter lang in Irland ihre Tipis aufgeschlagen haben, weil sie gegen den Bau einer Autobah durchs ehemalige heilige Land protestieren wollten) oder an verlassenen Stränden. Auch war es interessant, wie ähnlich und zugleich verschieden die Eindrücke jedes Einzelnen waren, als die nach Nordirland gekommen sind. Besonders der Akzent hier hat den meisten große Schwierigkeiten bereitet.
Auf jeden Fall ist das eine wahnsinnig tolle Initiative und ich werde versuchen, in Zukunft öfter bei diesen Dingen dabeisein zu können.

Die Woche darauf hatte ich dann mein zweitägiges EVS Mid Term Training. Für alle, die damit nichts anfangen können: Diese Trainings sind Teil des Europäischen Freiwilligendienstes und beim Mid Term Training reflektiert man die bisherige Zeit, spricht über die Erfahrungen, die man bisher gemacht hat und welche Pläne man noch hat. Außerdem lernt man mehr über den Youthpass (den füllt man am Ende des EFD aus, um runterzubrechen, was man gelernt hat), weitere internationale Möglichkeiten, die z.B. Erasmus+ bietet und man füllt tonnenweise Evaluationsbögen für die Nationalagentur aus. Dazu waren wir in Cultra, ein kleines Museumdorf in der Nähe von Bangor, in dem sich das Leben wie im Jahre 1912 anfühlen soll. Das ist wirklich ein schönes Gelände und wir haben sogar ein Foto im alten Stil (inkl. Kostüm) gemacht und traditionelles Soda Bread gebacken. Es war auf jeden Fall echt schön, auch wenn es einen schon etwas sentimental macht, denn das dritte und letzte EVS Training wird dann schon wieder in Deutschland stattfinden und auch wenn 4,5 Monate (soviel Zeit hab ich hier noch) für euch zu Hause vermutlich total lang klingen - so ist es nicht! Die Zeit vergeht wie im Fluge und gerade weil man hier nur für eine begrenzte Zeit ist, erlebt man alles viel intensiver und ist viel mehr unterwegs, weil man so viel wie möglich mitnehmen möchte.









Danach stand dann auch schon Ostern vor der Tür. Pünktlich habe ich zwei riesige Pakete von zu Hause bekommen: danke an dieser Stelle an meine Eltern und Großeltern, ich hab mich mega gefreut!
Karfreitag habe ich dann mit meinem Mitbewohner Patrick und Irina fein gekocht, danach haben wir Life of Brian (das Leben des Brian) geschaut und die ersten Ostersüßigkeiten verspeist.
Am Samstag waren wir Abends mit ganz vielen anderen Freiwilligen bei Nandos essen, da eine Mitfreiwillige Geburstag hatte, das war auch ein sehr schöner, gemütlicher Abend.
Am Sonntag ging es dann spontanerweise für eine Nacht zur Rathlin Island zusammen mit Irina und Arlett und am Dienstag ging die Reise nach Schottland los.
Aber auch dazu später mehr.
Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen, aber das ist in etwa die Kurzfassung. Danke für eure Geduld! :)

Montag, 16. März 2015

#21 - ST. PATRICK'S DAY CONCERT

Im letzten Post hatte ich ja das St, Patrick's Day Concert erwähnt, bei dessen Aufzeichnung Irina und ich waren. Das Ganze ist morgen auf BBC2 Norther Ireland um 21Uhr (22Uhr deutsche Zeit) zu sehen, falls es einen Liveplayer gibt, findet man den morgen sicherlich hier: http://www.bbc.co.uk/programmes/b05n7y6p

Für mich geht's morgen nach Dublin und die restliche Woche zeige ich meiner Schwester ein wenig von meinem aktuellen zu Hause, danach melde ich mich wieder!
Euch einen schönen St. Patrick's Day! ;)

Donnerstag, 12. März 2015

#20

Ich melde mich aus der Versenkung, ja, mir geht's immer noch super - es ist nur immer so viel los, dass ich irgendwie nicht so richtig zum bloggen kommen.Wo fang ich also an?

Vor ein paar Wochen war ich z.B. bei einem Workshop, wo es darum ging, wie sich unsere Sprache, Aussage und die Art etwas auszudrücken verändert, wenn wir tagtäglich in einer Fremdsprache kommunizieren müssen. Das war ziemlich interessant, denn bisher hatte ich über das Thema noch nie nachgedacht, aber durch die Gespräche mit all den anderen Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Ländern, änderte sich das. Und ja, in einer Fremdsprache ist es schwieriger, Witze zu machen oder Humor zu verstehen; seine Gefühle und Gedanken muss man manchmal anders ausdrücken, weil es einfach nicht die gleichen Beschreibungen gibt und selbst Dinge wie Höflichkeit (hier gibt's nicht so große Formalitäten mit Leuten, die man nicht kennt ('Du' und 'Sie' kennt die englische Sprache ja sowieso nicht), egal ob man sich mit Leuten an der Bushaltestelle oder mit Politikern unterhält) oder das Begrüßen und Verabschieden (dauert hier ja immer gefühlte 10 Minuten, inklusive ständigen 'How are you?', auch wenn es den Gegenüber in den seltensten Fällen wirklich interessiert, wie es dir gerade geht, weswegen es meist bei der Antwort 'Good, what about you?' bleibt) laufen in unterschiedlichen Ländern und Sprachen unterschiedlich ab.
Einer der Organisatoren hat mich dann später gefragt, ob ich nicht ein paar Tage später mit zu einem 'Cultural Awareness Workshop' mit einer Jugendgruppe kommen möchte, um zu erzählen, warum ich in Nordirland bin, welchen Eindruck man als Ausländer hier hat und wieso Leute überhaupt nach Nordirland kommen. Das hat auch echt Spaß gemacht, die Gruppe (die aus jungen Männern zw. (geschätzt) 17 und 20 Jahren bestand) schien hauptsächlich echt interessiert zu sein und waren bei einigen Dingen echt überrascht, da sie da noch nie so drüber nachgedacht haben.

Außerdem hatten wir zwei weitere Rock the Vote Gigs, einmal in einer großen Halle (Mandela Hall) vom Studentenwerk und einmal im Parlament im Rahmen des Commonwealth Days. In der Mandela Hall war sogar ein Karikaturist anwesend und ich hab's mir natürlich nicht nehmen lassen und auch mein Fett wegbekommen:

Beim Commonwealth Day gabs dann sogar kleine Köstlichkeiten aus verschiedenen Commonwealth Ländern und das hat alles so wahnsinnig gut geschmeckt! Apropos Essen; sonntags wird jetzt auch immer mit Johnathan aus Malaysia, meinem Mitbewoher Patrick, Irinas Mitbewohnerin Hosna aus Teheran und ihrem Mitbewohner Hendrick aus England gekocht, bei 5 Nationen wird es da also nicht langweilig. Irina und ich haben zwar nicht jede Woche Zeit, mitzumachen, aber an sich macht das schon Spaß - und selbst wenn wir nicht da sind, bekommen wir was ab.;)
Ich war außerdem auch beim The Kooks Konzert in der Mandela Hall zusammen mit einer anderen Freiwilligen und das war echt ziemlich cool! Man muss das schließlich auch ausnutzen, wenn man in einer Hauptstadt lebt, in die es auch mal bekannte Bands verschlägt.

Ich war außerdem auch bei zwei Faschingspartys von anderen Freiwilligen (ich habe mich als Sternenhimmel oder 'Nightsky' verkleidet, das war eine sehr einfache Geschichte, da ich mir einfach um ein schwarzes Kleid eine batterieberiebene Lichterkette gewickelt habe und mir goldenes Glitzerpulver ins Gesicht gestreut hab; alle waren sehr begeistert davon) und unsere Kollegin Linda hat Irina und mir Karten fürs St. Patrick's Day Konzert gegeben, da sie dort selbst nicht hinkonnte. 
Der St. Patrick's Day ist zwar erst am 17.3., aber die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und der Tag selbst ist hier auch offizieller Feiertag -im Gegensatz zu anderen Regionen im UK.
Jedenfalls fand dieses St. Patrick's Day Konzert bereits am 3. März in der Waterfront Hall statt, es war jedoch nur eine TV Aufzeichnung für das BBC, das Konzert selbst wird also am 17.3. auf BBC2 zu sehen sein, vielleicht kann man das sogar online schauen (falls ja, sag ich euch bescheid, nur falls das jemand sehen will). Irina und ich waren dabei mit die jüngsten Zuschauer, aber es war doch ganz schön. Die Newcomerin SOAK wollten wir sowieso sehen und das Ulster Orchester hat alles mit begleitet, insgesamt war es also ein Mix aus Klassik und traditioneller irischer Musik bis hin zu Jazz und Soul.

Irina und ich haben auch eine Quiznacht für unsere Jugendgruppen organisiert, und zwar am "Pancake Tuesday". Fasching feiert man hier nämlich nicht, dafür werden am Faschingsdienstag traditionell Eierkuchen gegessen, vermutlich wegen der folgenden Fastenzeit.

Außerdem wurde ich von meinem Chef noch zu einem Workshop zum "United Youth" Programm mitgenommen. Das ist ein Förderprogramm des Bildungsministeriums für Projekte, die sich an Jugendliche zw. 16-24 Jahren, die momentan weder zur Schule gehen, noch arbeiten/studieren/eine Ausbildung haben, wenden und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen. Gleichzeitig sollen auch noch die berühmten 'Community Relations' (Beziehungen zw. Protestants und Catholics, Friedensbildung) verbessert werden. Bei dem Workshop wurde den Organisationen, die dafür in der engeren Auswahl sind, erklärt, wie der Bewerbungsprozess aussehen wird. Alles schön und gut, ich bin auch gespannt, wie die Bewerbung im Endeffekt läuft und habe auch schon gefragt, ob ich beim Förderantrag mithelfen kann, aber die Ironie an der Sache: Das Geld soll es bis Ende März 2016 geben, also ab jetzt 12 Monate. Gleichzeitig ist der Förderantrag aber immer noch nicht fertig zum Ausfüllen, bis die Auswahl also endlich getroffen wird und die jeweiligen Projekte wissen, dass sie das Geld bekommen, dauert es bestimmt noch mind. 2 Monate. Dann bleiben noch 10 Monate Zeit, in der man zuerst eine Gruppe Jugendlicher finden muss, diese dann das Programm mitgestalten sollen und dann hat man vielleicht noch 7 Monate effektiv Zeit, Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und Community Relations zu stärken, durch ein paar Tage Jugendarbeit pro Woche. Ich persönlich finde ja, dass das ganz schön hohe Erwartungen und Ziele sind und ehrlich gesagt ist das auch einfach das Problem: Fördergeld gibt's hier vielleicht ein oder zwei Jahre, was dazu führt, dass Projekte nie langfristig planen können und somit weit unter ihren Möglichkeiten bleiben.  Außerdem hat das Bildungsministerium hier immer noch nicht darüber entschieden, wieviel Geld "Youth Council" bekommt, jedoch bekommen alle gemeinnützigen Jugendorganisationen einen Großteil ihres Geldes von dort, sodass auch immer noch nicht über die finanzielle Situation in zwei Wochen (ab April) entschieden ist. 
Aber genug davon, Irina und ich haben auch unsere Residential organisiert und wir sind jetzt absolute Experten, was Formulare und Elternbriefe angeht und natürlich fällt es Jugendlichen auch erst ein paar Stunden vor Abfahrt auf, dass ihre Eltern ja noch was unterschreiben müssen, das Formular aber im Englischbuch in der Schule liegt. ;)
Es ist aber alles gut gegangen, zwar konnten am Ende nicht alle mitkommen (krank, wichtiger Wettbewerb, wollen nicht allein kommen, ohne jemanden zu kennen etc.), dafür war es aber ziemlich familiär und den Mädels hat's sehr viel Spaß gemacht. Außerdem gabs da ja noch die Jungsgruppe aus dem anderen Bungalow und auf einmal wollten alle zum Fußballfeld, um zu quatschen, es ist ja schließlich "Cross Community" (die meisten der Mädels kommen aus einer Catholic Gegend, die Jungs sind Protestants) und sie wollen jetzt sogar eine "Cross Community" Gruppe aufbauen, na schauen wir mal. ;)
Wir haben jedoch auch Pancakes gemacht (das erste Mal wieder Nutella seit gefühlten Jahren, die Sucht ist wieder da!), sie haben innerhalb von 4(!) Stunden eine kleine Geschichte entwickelt und einen Film dazu gedreht, ich war echt beeindruckt und wir hatten eine Outdoor Kletteraufgabe - das war echt gruselig, Irina und ich haben uns nur auf den 2. Turm getraut und selbst da haben wir nach 2/3 aufgehört. 
Da ich sämtliche Facebookposts der Mädels verfolgen kann, weiß ich zum Glück, dass es ihnen sehr viel Spaß gemacht hat und ich glaube, dass die mich eh ein wenig freundschaftlich wahrnehmen - da war ein Mädchen dann völlig überrascht, als ich ihr erklärt hab, dass ich ihr keine Zigaretten kaufen kann, auch wenn ihre Mutter ihr das erlaubt. Ich wurde auch schon gefragt, ob ich denn hier bleibe oder nach Deutschland zurückgehe und wann genau und ob wir dann eine Abschiedsparty machen können. Das Residential hat auf jeden Fall geholfen, die alle ein wenig besser kennenzulernen.

Newcastle ist übrigens ein wunderschönes Städtchen am Meer, mit den Mourne Mountains drumherum. Wir haben auch riiiiesige Muscheln am Strand gefunden und leckeres nordirisches Eis gegessen. Ich lade auch gleich ein paar Fotos hoch, denn da bekommt man dann echt den besten Eindruck.

Wieder in Belfast angekommen, waren wir noch mit einer anderen Gruppe bei einer Exkursion zur TSG Station. Die TSG ist eine Sondereinheit der Polizeit zur Terrorbekämpfung, gegen Aufstände, zum Personenschutz wichtiger Persönlichkeiten (Queen etc.) oder um Drogen aufzuspüren. Die Gruppe auf der Exkursion ist an sich nicht super positiv gegenüber der Polizei eingestellt, sie fanden es aber glaube ich trotzdem ganz spannend, die Schusswesten anzuprobieren, zu sehen, welche Waffen in Polizeiautos bereitliegen und in voller Montur inkl. Schutzschild durch die Gegend zu rennen. Die Polizisten waren alle sehr bemüht, ihnen alle Fragen zu beantworten und ihnen ein wenig mehr Verständnis gegenüber der Polizei zu vermitteln. 
Ich hab das Schild natürlich auch mal ausprobiert, ich wär da aber mit Sicherheit zu schwach für, das dauernd zu tragen. Auf den Fotos sieht man auch die gepanzerten Fahrzeuge, die man hier wirklich oft sieht, und ja, diese hohen Zäune gibts an allen Polizeitstationen, das sind keine Gefängnisse! (das dachte ich am Anfang)


So nun noch ein paar Residential Fotos:






 Ira und ich

 Debs und ich





 Der Fühling ist da!


 Aussicht vom Bungalow





 Challenge accepted!















Okay, ich versuche, mich so bald wie möglich wieder zu melden! Morgen geht's schon aufs nächste Residential bis Sonntag, diesmal sogar nach Irland selbst. Danach hab ich fast die ganze Woche frei, da ja St. Patrick's Day ist und ich Besuch von meiner Schwester bekomme! :)  Und nach Ostern geht's ja dann nach Schottland, da sind wir auch schon fleißig am planen!

Bis bald!